Excel ist großartig. Für kleine Listen, schnelle Berechnungen, mal eben eine Übersicht erstellen. Aber irgendwann kippt es. Die Tabelle, die vor fünf Jahren als "schnelle Lösung" begann - Excel für Auftragsverwaltung, Excel als Kundendatenbank, Excel fürs Controlling - ist heute das Rückgrat Ihres Betriebs. Und Sie merken: Das war nie dafür gedacht.
Wenn Sie diese 7 Zeichen wiedererkennen, ist es Zeit, über Alternativen nachzudenken.
1. Excel-Wissen im Unternehmen: Nur eine Person versteht die Tabelle
"Frag mal Herrn Müller, der kennt sich damit aus." Wenn dieser Satz in Ihrem Betrieb fällt, haben Sie ein Problem. Die kritische Kundenliste, die Auftragsübersicht, die Preiskalkulation - alles hängt an einer Person.
Was passiert, wenn Herr Müller krank wird? In Urlaub geht? Kündigt?
2. Excel-Versionen im Unternehmen: Welche Liste ist die richtige?
Kundenliste_v3_final.xlsx, Kundenliste_v3_final_NEU.xlsx, Kundenliste_v3_final_NEU_aktuell.xlsx - kennen Sie das?
Mehrere Mitarbeiter arbeiten mit "ihrer" Version. Der Vertrieb hat andere Daten als das Lager. Die Buchhaltung fragt: "Welche Liste ist denn jetzt die richtige?"
Die Antwort ist meistens: keine. Oder alle. Je nachdem, wen Sie fragen.
3. Excel als Kundendatenbank: Daten werden doppelt gepflegt
Ein neuer Kunde kommt rein. Sie tragen ihn in die Kundenliste ein. Dann in die Angebotsliste. Dann ins Rechnungsprogramm. Excel als CRM-Ersatz - drei Systeme, dreimal tippen, dreimal Fehlerquelle.
Und wenn sich die Adresse ändert? Dann ändern Sie es in der Kundenliste. Und vergessen die anderen beiden.
Das sind keine IT-Probleme. Das sind direkte Umsatz- und Imageverluste.
4. Excel für Controlling: Auswertungen dauern ewig
Freitagnachmittag, die Geschäftsführung will die Wochenzahlen. Jetzt beginnt die Jonglage: Daten aus vier Tabellen zusammenkopieren, Formeln anpassen, hoffen dass nichts verrutscht.
Zwei Stunden später haben Sie einen Bericht. Ob die Zahlen stimmen? Sie hoffen es.
Wenn Auswertungen mehr Zeit kosten als die eigentliche Arbeit, läuft etwas grundsätzlich falsch.
5. Excel wird langsam: Die Tabelle ist zu groß geworden
10.000 Zeilen. 50 Spalten. 200 Formeln, die sich gegenseitig referenzieren. Jede Änderung dauert Sekunden, manchmal Minuten. Excel denkt nach. Sie warten.
Sie haben schon auf einen schnelleren Rechner gewechselt. Es hilft nicht wirklich.
6. Excel-Fehler bleiben unbemerkt: Keine Nachverfolgung
Eine Zelle überschrieben. Eine Formel gelöscht. Eine Zeile verschoben. In Excel passiert das schnell - und oft unbemerkt.
Der Schaden zeigt sich erst später: falsche Preise in Angeboten, fehlende Kunden in der Auswertung, Bestellungen die ins Leere laufen.
Und dann die Suche: "Wer hat das geändert? Wann? Warum?" Excel weiß es nicht. Aber die Verantwortung liegt trotzdem bei Ihnen.
7. Excel im Unternehmen an Grenzen: Nichts darf mehr geändert werden
Die Tabelle funktioniert. Irgendwie. Solange niemand etwas anfasst. Neue Anforderungen? "Das geht nicht, die Tabelle ist zu komplex." Ein neuer Mitarbeiter? "Der arbeitet erstmal mit der alten Version."
Wenn die Angst vor Veränderung größer ist als der Wunsch nach Verbesserung, dann ist die Tabelle nicht mehr Werkzeug, sondern Klotz am Bein.
Was tun, wenn Excel nicht mehr reicht?
Die gute Nachricht: Sie müssen nicht sofort alles umstellen. Der erste Schritt ist, sich die Situation ehrlich anzuschauen:
- Welche Tabellen sind wirklich kritisch? Nicht jede Liste muss ersetzt werden. Konzentrieren Sie sich auf die, die Ihnen Schmerzen bereiten.
- Was kostet Sie der aktuelle Zustand? Zeit für manuelle Arbeit, Fehlerkorrektur, verlorene Aufträge durch falsche Daten. Das sind reale Kosten.
- Was soll die Lösung können? Nicht "alles", sondern konkret: Welche drei Probleme sollen verschwinden?
Manchmal reicht eine bessere Struktur in Excel. Manchmal eine Standardsoftware. Und manchmal braucht es eine individuelle Lösung, die genau zu Ihren Abläufen passt.
Fazit
Excel ist kein schlechtes Tool. Es ist ein schlechtes Tool für Dinge, für die es nicht gemacht wurde: als zentrale Datenbank, als ERP-System, als Grundlage für kritische Geschäftsprozesse.
Wenn Sie mehrere der 7 Warnsignale wiedererkennen, ist das kein Grund zur Panik. Aber ein Grund, mal innezuhalten und zu fragen: Geht das nicht besser?
Meistens geht es.
Excel scheitert nicht plötzlich - sondern schleichend. Und genau das macht es so gefährlich.